Aufbaukurs

Weiterbildung "Systemische Traumatherapie"

Seit 10 Jahren bietet das Institut für Fortbildung, Supervision und Familientherapie Halberstadt eine 160 Stunden umfassende solide Weiterbildung Traumapädagogik abgestimmt auf verschiedene Bereiche der stationären, teilstationären und ambulanten Jugendhilfe an.

Die Erfahrungen aus Supervision und Praxis im gleichen Zeitraum zeigen jedoch, dass die traumapädagogischen Inhalte der WB oft nicht ausreichen, um Heranwachsende mit schwereren Traumafolgestörungen gut zu versorgen und zu entwickeln. Insbesondere die Folgen sehr früher, vorsprachlicher, chronischer Traumatisierungen bedürfen einer umfassenderen Versorgung und Persönlichkeitsbildung, die es notwendig macht, traumatherapeutische Elemente und Vorgehensweisen in die pädagogische Betreuung zu integrieren.

Hinzu kommt, dass die Versorgung mit traumatherapeutischen Angeboten für Kinder und Jugendliche parallel zur Jugendhilfe eindeutig unzureichend ist. Oft gibt es im ländlichen oder kleinstädtischen Raum keine auf Heranwachsende abgestimmten traumatherapeutischen Hilfen. Da, wo es Angebote gibt, sind Wartezeiten unangemessen lang. Eine klinische Versorgung mit spezieller Ausrichtung, die über die Entwicklung des Verhaltens auch die grundlegend seelische Entwicklung frühkindlich traumatisierter Heranwachsender im Blick hat, ist ebenfalls unzureichend.

Diese Unterversorgung mit speziellen Angeboten schadet den Heranwachsenden mit oben beschriebenen Traumafolgestörungen. Die seelische, emotionale Entwicklung Betroffener bleibt in der Versorgung häufig auf der Strecke. Nicht selten entwickeln Betroffene später schwere Persönlichkeitsstörungen, gleiten in die Kriminalität ab oder geben in ihrer späteren Fortpflanzung und Erziehung ihre seelische Behinderung an ihre Kinder weiter.

Traumatherapeutische Elemente und Vorgehensweisen in die pädagogische Arbeit verschiedener Formen der Jugendhilfe zu integrieren, heißt sowohl präventiv als auch bedarfsorientiert angemessener und nachhaltiger zu helfen. Darum hat sich das Institut für Fortbildung, Supervision und Familientherapie dafür entschieden, eine Aufbauweiterbildung Systemische Traumatherapie in der pädagogischen Arbeit“ zu konzipieren und anzubieten.

Teilnahmevoraussetzungen

Um an dieser Aufbauweiterbildung teilzunehmen, muss der/die Teilnehmerin (TN) die WB Traumapädagogik des FST Halberstadt als Grundkurs abgeschlossen haben.

Der/die TN muss über eine abgeschlossene pädagogische oder erzieherische Berufsausbildung oder ein entsprechendes Studium Sozialpädagogik, Psychologie verfügen und mindestens fünf Jahre Praxiserfahrung haben.

Absolventen der Grundweiterbildung Traumapädagogik benötigen ab Januar 2018 eine Empfehlung für den Aufbaukurs Systemische Traumatherapie. Diese wird im Abschlusskolloquium ausgesprochen. Teilnehmer/innen aus den Jahren davor können sich ohne Empfehlung, bei Erfüllung der anderen Voraussetzungen anmelden.

Auch Pflegeeltern oder ähnlich Arbeitende ohne erzieherische, pflegerische Berufsausbildung haben die Möglichkeit, sich über einen Grundkurs Traumapädagogik und nach Absprache mit dem Institut über den Aufbaukurs Traumatherapie qualifizieren zu lassen.

Für Termin-, Kostenanfrage oder Anmeldung nutzen Sie bitte unser Kontaktformular!